Asbest im Test
Die Wunderfaser im Kampf gegen die Rentnerschwämme

Die einstige Wunderfaser Asbest fordert ihre ersten Opfer und wird in einigen Jahren zum Massensterben unserer Rentner und somit zur Lösung des Demographie-Problems führen. Unser Dank gilt dabei nicht so sehr dem Asbest, sondern viel mehr der oft nicht fachmännisch durchgeführten Asbestsanierung. Vielfach wagen sich Heimwerker an die Beseitigung von Asbestdächern, Asbestfassaden und Asbestfußböden. Dabei gehen sie nicht zimperlich um und verzichten auf notwendige Schutzmaßnahmen, wie sie im Umgang mit Spritzasbest, Asbestzement und anderen Asbestprodukten angemessen sind. Die fachgerechte Asbestentsorgung findet direkt im Lungengewebe statt. Leider gibt es auch unter den so genannten Fachfirmen zur Asbestsanierung, zahlreiche schwarze Schafe!

Asbestentsorgung FachfirmaAsbestprodukteWellasbestplatten entsorgenAsbestfasern Asbestose, Lungenkrebs oder Lungenfellkrebs

Entstehung und Verwendung von Asbest

Asbest wurde vom lieben Gott erschaffen, welcher es in Bergwerken bereitstellte, um die Endlichkeit des Lebens sicherzustellen. Nicht erst vor 50 Jahren wurde die Wunderfaser bekannt, sondern schon vor weit über 2000 Jahren. Die große Festigkeit, die enorme Hitze- und Säurebeständigkeit sowie die phänomenale Isolationswirkung, machten die Asbestfaser schnell zur Wunderfaser. Obwohl schon bald festgestellt wurde, dass Asbestarbeiter von gleichgearteten Krankheitsbildern in jungen Jahren dahin gerafft wurden, tat die Asbestlobby alles, um die Gefährlichkeit des vielseitigen und profitträchtigen Baustoffes, über 100 Jahre lang zu vertuschen. Erst in den Achtzigern wurde endlich das Verbot der Todesfaser durchgesetzt. Auch heute noch gilt Asbest in einigen Ländern als tragender Pfeiler der Wirtschaft (Russland, China, Kanada...). Wenn auch illegal, finden viele asbesthaltige Produkte den Weg nach Deutschland. Ein Problem dabei ist die Unkenntnis über die Verwendungsmöglichkeiten von Asbest. Jeder kennt sicher Eternitplatten (Wellasbestplatten) und hat davon gehört, dass ältere Fertigbauten oft mit Asbestzement und Spritzasbest errichtet wurden. Da hört das Wissen dann aber oft schon auf.

Die Baubranche nutzte Asbest zum Beispiel zur Stabilisierung von Kunststoffböden. Stahlkonstruktionen bei Wolkenkratzern wurden durch Spritzasbest ummantelt, um sie Feuerfest zu machen. Innerhalb von Gebäuden findet man asbestverseuchte Lüftungsschächte, Stromverteiler und Einzelraumheizer. Besonders die guten alten DDR-Nachtspeicheröfen sind Asbestbehaftet, wie auch die alten Wäscheöfen die in manchen Kellern noch vorhanden sind. Eben diese Öfen stemmt der Laie gerne ahnungslos heraus, und freut sich ein paar Hunderter für einen Fachbetrieb gespart zu haben. Selbiges gilt für alte Fußböden, ein Gebiet welches besonders Heimwerker für sich beanspruchen.

Aber auch hitzebeständige Berufsbekleidung bei Stahlwerkern, Feuerwehrleuten oder Rennfahrern wurde früher aus der "Wunderfaser" hergestellt. Asbestschlüpfer zur Sitzmöbelschonung bei Blähungen und Grillhandschuhe waren ein Verkaufsschlager. Thermoskannen mit Asbestisolierung finden auch heute noch den Weg von China in heimische Supermärkte. Im Fahrzeugbereich wurde die Verwendung der Asbestfaser zwar ebenfalls untersagt, jedoch finden sich in älteren Fahrzeugen noch genügend verseuchte Bauteile, vom Bremsbelag bis hin zum Reifen. KFZ-Schlosserlehrlinge können ein Lied davon singen. Sie wurden vom Gesellen gerne mit der Reinigung der Asbestbremsbelege betraut. Zur Strafe starb der für mich verantwortliche Geselle mit 63 Jahren an schnellwüchsigem "Universalkrebs"...

Obwohl Asbest mittlerweile in allen Bereichen durch Alternativen ersetzt werden kann, interessieren sich Entwicklungsländer und aufstrebende Wirtschaftsmächte wenig dafür. Asbest ist billig und findet dort deshalb nach wie vor industrielle Verwendung. Die billigen Produkte finden auch bei uns reißenden Absatz, dank der "Geiz ist Geil" Mentalität, aber auch aufgrund fehlender Aufklärung unserer Bevölkerung. Wer nicht weiß wo Asbest überall Verwendung finden kann, der fragt auch nicht danach, wenn er eine Thermoskanne kauft. Ich möcht mal wissen was eine Verkäuferin im Supermarkt sagt, wenn man sie nach dem Asbestgehalt einer Thermoskanne fragt (hahahaha).

Leider muss man sagen, das auch die Alternativen wie Teflon oder die Nanotechnologie in Verdacht stehen, Krebserkrankungen hervorzurufen. Auch hier behindern Lobbyisten die Aufklärung.
 

Krankheiten durch Asbestfasern

Asbestfasern fühlen sich im Lungengewebe richtig wohl und lassen sich durch körpereigene Fresszellen nicht stören. Manchmal wandern sie auch zur Pleura und setzen sich dort fest. Dabei reicht das einmalige Einatmen von Asbest aus, um nach einer Inkubationszeit von etwa 15 Jahren Asbestose und deren tödlichen Folgeerkrankungen auszulösen. Die Fibrosierung bzw. Versteifung des Lungengewebes führt zu Atemnot und Sauerstoffmangel, und kann nach einer weiteren Latenzzeit von 25 Jahren zu Lungenkrebs oder  Lungenfellkrebs, dem so genannten Pleuramesotheliom führen. Dank moderner Medizin hat sich das Leiden der Asbestopfer wesentlich verlängert. Das Sterben dauert nun länger, führt aber auch heute noch zum Tode. Auch wenn der Krebs zwischenzeitlich beseitigt werden kann, so bleibt der Auslöser im Körper und führt früher oder später zur Rückkehr des Krebses und weiterer Metastasen. Den Patienten wird häufig die Entfernung des Rippenfells und eines Lungenflügels zugemutet, um ihnen dann mit geeigneten Chemotherapien den Rest zu geben. Palliativmedizin und aktive Sterbehilfe sind oft das einzige Mittel, dem Todgeweihten das Sterben zu erleichtern. Wie schon angedeutet trifft es nicht nur Asbestarbeiter die ihr Leben lang Eternitfasern inhaliert haben. Schon einmalige Arbeitseinsätze, wie das herausstemmen eines Nachtspeicherofens oder der Abriss eines verseuchten Hühnerstalls kann im "Hobbyasbestarbeiter" einen verheerenden Prozess in Gang setzen, der 40-50 Jahre später mit dem Ableben endet. Leider wird diesbezüglich viel zu wenig Panik geschürt und Aufklärung betrieben. Die Hoch-Zeit der Asbestverarbeitung liegt nun etwa 40 Jahre zurück, so dass das Massensterben kurz bevor steht. Die Gefährlichkeit von Asbest ist übrigens seit über 100 Jahren bekannt. Um so schlimmer, dass Menschen auch heute noch durch falsche Asbestsanierung ihr Leben, das Leben ihrer Familie und die Gesundheit der Nachbarschaft gefährden. Auch sei an dieser Stelle das Leid der Angehörigen erwähnt, die den Prozess des Verreckens, von Anfang bis Ende begleiten dürfen.

Was können Sie tun, wenn Sie bereits mit Asbest in Berührung gekommen sind, oder gar jahrelang als "Asbestarbeiter" tätig waren? Nun, das Grundrisiko wird Ihnen keiner nehmen können. Dennoch sei gesagt, dass Sie nicht zwangsläufig dem Tode geweiht sind. Zum einen spielen genetische Faktoren eine Rolle, zum Anderen weitere Risikofaktoren. Insbesondere das Rauchen führt in Kombination mit "Asbestkonsum" zu einem wesentlich erhöhten Krebsrisiko. Die Inhalation schädlicher Stoffe wie Tabakrauch oder Lösungsmittel, sollte im weiteren Verlauf des Lebens strengstens vermieden werden. Der Körper sollte durch Sport und gesunde Ernährung fit gehalten werden. So wird der Ausbruch einer Asbestose verzögert oder vermieden, und im Falle einer Erkrankung hat der Körper dem Elend etwas entgegenzusetzen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, eventuelle Krankheiten früh zu erkennen. So kann zumindest lange ein lebenswertes Dasein erhalten werden. In vielen Berufen gilt Asbestose und deren Folgekrankheiten als anerkannte Berufskrankheit, was zumindest hilft, den finanziellen Aspekt zu lindern. Bei ersten Anzeichen einer Asbestose, wie Atemnot oder schleimiger Auswurf sollte deshalb nicht nur der Arzt, sondern auch die Berufsgenossenschaft konsultiert werden. Aber auch hier können Sie Pech haben, wenn die Berufsgenossenschaft Kenntnis erlangt, dass Sie jahrelang starker Raucher waren. Schnell schiebt man die Schuld auf den Tabakkonsum und verweigert finanzielle Entschädigungen. Generell ist es Dumm zu Rauchen! Schuld am Krebs ist letztendlich der Faktor, den man selbst hätte vermeiden können. Die Schadstoffbelastung im Beruf kann man selten vermeiden, da man seine Familie ja irgendwie ernähren muss. Außerdem kennt man viele Gefahren nicht, ebenso wie seine genetische Veranlagung. Dass Rauchen schädlich ist, weiß aber mittlerweile jeder Dumme. Die Vermeidung dieses Risikofaktors führt oft dazu, dass andere Risikofaktoren zu Lebzeiten nie zur Erkrankung führen.

Fehlende Aufklärung führt zu vielen Fehlern im privaten Bereich. So wird von Asbestdächern gesammeltes Regenwasser zur Bewässerung von Nutzpflanzen herangezogen. Zwar wird gesagt dass nur die Inhalation von Asbestfasern zu Gesundheitsschäden führt, jedoch würde ich nicht meinen Kopf darauf verwetten. Zudem wird auch auf diese Art die Asbestfaser im Garten verteilt und nach Abtrocknung aufgewirbelt. Um so wichtiger das offensichtliche Gefahrenquellen fachgerecht beseitigt werden.
 

Asbestsanierung im Test

Wirtschaftliche Erwägungen

Der Kindergarten in welchem ich als kleiner Junge meine ersten Kubikmeter Asbeststaub auf Staatskosten inhalieren durfte, wurde mittlerweile abgerissen. Offiziell geschah dies, wegen der kinderschwachen Jahrgänge. In Wirklichkeit ist es aber so, dass die zu Glanzzeiten der Asbestfaser errichteten Zweckgebäude, vom Kindergarten bis zum Palast der Republik, dermaßen mit Asbest verseucht sind, dass eine Asbestsanierung die Kosten für Abriss und Neuerrichtung eines Gebäudes bei weitem übersteigen würde. In den größtenteils aus Fertigteilen errichteten Wirtschaftsgebäuden und Erholungsbauten der Siebziger findet sich das Asbest überall. Im Dach, in der Wand und im Fußboden wurde nicht mit Asbestbaustoffe gegeizt. Hier eine wirtschaftliche Form der Asbestsanierung zu versuchen wäre reine Zeitverschwendung, da diese Nutzbauten von modernen Standards auch in anderer Hinsicht weit entfernt sind.

Anders sieht es oft im privaten Bereich aus, wo der Kern der Immobilie selten mit Asbest in Berührung gekommen ist. Dort geht es stattdessen um asbestverseuchte Schuppendächer oder Vordächer aus so genannten "Wellasbestplatten". Auch nutzte man Asbestplatten gerne zum Schutz der Fassade. Die Asbestsanierung ist in diesem Fall gleichermaßen wirtschaftlich wie gefährlich. Einerseits ist die Asbestentfernung selbst vom Nichtheimwerker mit zwei linken Händen durchführbar, andererseits ist die Asbestentsorgung nicht so teuer wie viele es vermuten. Dies führt dann leider oft zum falschen Umgang mit Asbest und verheerenden Spätschäden durch einmalige Inhalation der Asbestfasern. Wer hier zu geizig ist eine Asbestentsorgungsfirma zu bezahlen, bezahlt dafür später mit dem Leben. Vorher darf er aber noch elendiglich verrecken, was zur Belastung unseres Gesundheitssystems führt. Fachfirmen zur Asbestsanierung arbeiten da vergleichsweise wirtschaftlich!

Schutzmaßnahmen

Die winzig kleinen Asbestfasern gehen durch jede handelsübliche Atemschutzmaske hindurch. Ein Mundschutz liegt nie vollständig am Körper an. Vorhandene Ritzen wirken wie Düsen und saugen die Asbestfasern unter Hochdruck in die Lunge. Auch ein Schal oder Muttis Strumpfhose können die mikroskopisch kleine Asbestfaser nicht aufhalten. Denken Sie auch an den Nachbarn hinterm Zaun, der gar nicht weis was Sie vorhaben. Der Wind bläst den Asbeststaub auch in sein Atemorgan. Deshalb sollte die Asbestentsorgung und Asbestsanierung Firmen vorbehalten sein, die sich wirksame Schutzmaßnahmen wie Schutzkleidung und Absaugvorrichtungen auch leisten können. Diese Schutzvorkehrungen kann ein Heimwerker niemals treffen und bezahlen!

Asbestentsorgung

Mittlerweile findet man auf unseren Friedhöfen die höchsten Asbestkonzentrationen. Dies liegt daran, dass Asbestfasern bis zur Jahrtausendwende standardmäßig im Lungengewebe entsorgt wurden. Insbesondere die Asbestfreunde der Sechziger und Siebziger Jahre haben die Karenzzeit von 40 Jahren erfolgreich überstanden und verseuchen nun den Friedhofsboden mit ihren Körpern. Auch die Verbrennung der Asbestleichen kann den Asbestfasern nichts anhaben. Zukünftig wird man Friedhöfe nicht mehr ungeschützt betreten können, denn die Hoch-Zeit der Asbesttoten kommt ja erst noch.
Die fachgerechte Asbestentsorgung der Neuzeit hilft zumindest den Lebenden, welche bis Dato noch nicht mit der Wunderfaser in Berührung gekommen sind. Die fachmännische Entsorgung von Asbest beginnt mit der Demontage bzw. dem Ausbau der asbestverseuchten Baustoffe. Von Anfang an ist dafür Sorge zu tragen, dass Asbestfasern nicht unkontrolliert aufgewirbelt werden können, was zur Luft- und Bodenemission führen würde. Innerhalb von Gebäuden, z.B. beim Abtragen von Spritzasbest, wo es zwangsläufig zu großer Asbestbelastung in der Raumluft kommt, ist durch tragen von Schutzkleidung die Kontaminierung des Lungengewebes auszuschließen. Hierbei reicht es aber nicht, sich einen Schal um die Rübe zu wickeln! Die ähnlich wie Weltraumanzüge aussehenden und auch funktionierenden Schutzanzüge, sind aufgrund ihres Anschaffungspreises Spezialfirmen vorbehalten. Aufgewirbelter Staub muss mit Asbestsaugern ständig abgesaugt werden. Das Sauggut muss ebenfalls fachgerecht entsorgt werden. Das Betreten der Sanierungsobjekte durch Unbefugte muss ausgeschlossen werden, um eine Asbestentsorgung über die Schuhsole zu vermeiden.

Während im Innenbereich fast immer auf Fachbetriebe gesetzt wird, versuchen sich Eigenheimbesitzer im Außenbereich gerne selbst. Hier beginnt der Dilettantismus mit der Demontage der Asbestbaustoffe und hört mit der Entsorgung der Eternitplatten auf. Abgesehen davon dass der Mundschutz eh nicht richtig anliegt, stört er beim plaudern und wird nach 10min einfach abgenommen. Mit Hammer und Meißel wird das Eternit in jede einzelne Faser zerdonnert und dann vom Winde verweht. Platten die im Ganzen abgenommen werden, werden zerstückelt, damit sie besser in die Mülltonne passen, oder sich leichter im Garten vergraben lassen. Alternativ dient der eigene PKW zum Transport der Asbestabfälle in den Wald. Der dadurch angerichtete Schaden könnte sich mit wenig Geld und Aufwand vermeiden lassen. Der örtliche Wertstoffhof nimmt hermetisch in Folie gehüllte Asbestplatten für einen geringen Kubikmeterpreis entgegen, und führt das Eternit der fachgerechten Entsorgung zu. Die vorsichtig aufgenommenen Asbestbauteile sind also sofort mit entsprechender Folie zu umfüllen, um das weitere Freisetzen von Eternitfasern zu verhindern. Beim entfernen der Platten, nutzt der Heimwerker gerne Wasser um die Asbestfasern zu binden. Dies ist in der Tat ein wirksames Mittel, um das Aufwirbeln von Asbeststaub zu unterbinden. Jedoch sorgt man so beiläufig für eine Asbestverseuchung des Bodens. Ein Bodenaustausch von asbestverseuchter Gartenerde wird dann erst so richtig teuer! Meistens kräht aber kein Hahn danach, es sei denn ein verfeindeter Gartennachbar dokumentiert das Ganze in Wort und Bild. Denken Sie mal darüber nach!

Auch Transport und Entsorgung von Asbest gehört in Expertenhände! Örtliche Dachdecker sind leider meist keine vorbildlichen Experten. Sowohl Demontage als auch Transport und Entsorgung der Eternitbaustoffe erfolgen i.d.R. genau so falsch wie durch den Heimwerker selbst. Dadurch ist die Rechnung schön billig... Eine Spezialfirma zur Asbestsanierung und Asbestentsorgung hat aus gutem Grund ihren Preis!

Ratgeber Asbestsanierung